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Samstag, 4.2.2012

Russland verhindert Uno-Resolution trotz Massaker

In der syrischen Protesthochburg Homs sind nach Angaben der Opposition mehr als 250 Zivilisten von Sicherheitskräften getötet worden. Offenbar wurden Wohnviertel bombardiert. Trotzdem legten Russland und China ihr Veto gegen eine Uno-Resolution ein.

Homs: Das Bild zeigt laut Oppositionsangaben die Vorbereitungen für ein Massenbegräbnis der Opfer des Granatenbeschusses durch die syrische Armee. (Reuters)

Karte: Syrien

Russland bleibt hart in Sachen Syrien

Russland hat im Uno-Sicherheitsrat das Veto gegen eine Syrien-Resolution eingelegt. Zuvor hatten die westlichen Sicherheitspolitiker an der Sicherheitskonferenz in München versucht, Russland umzustimmen. Sie blieben erfolglos.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Samstag, 4.2.2012, 19.00 Uhr

Berichte über ein Massaker im syrischen Homs

In Syrien haben die Truppen von Präsident Bashar al-Assad laut Angaben der Opposition Homs mit Panzern, Mörsergranaten und Maschinengewehren angegriffen. Mehr als 200 Zivilisten sollen getötet worden sein.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Samstag, 4.2.2012, 19.00 Uhr

Russland hat seine Drohung wahr gemacht und auch die jüngste Syrien-Resolution mit seinem Veto blockiert. Wie China legte Russland im Uno-Sicherheitsrat sein Veto gegen einen Resolutionsentwurf ein.

Der Entwurf enthielt keine Aufforderung zum Rücktritt der syrischen Führung und keine Sanktionen. Auf russischen Druck war er bereits deutlich gemildert worden.

Berichte über ein Massaker in Homs
Derweil berichteten syrische Oppositionsgruppen von einem Massaker in der Widerstandshochburg Homs. Demnach sollen dort mindestens 260 Zivilisten durch Armeeangriffe getötet worden sein. Es war die Rede von einem der schlimmsten Massaker seit Beginn des Aufstands in Syrien.

Sicherheitskräfte von Präsident Bashar al-Assad hätten in der Stadt nahe der Grenze zu Libanon «Wohnviertel bombardiert», erklärte der Syrische Nationalrat aus der libanesischen Hauptstadt Beirut. Der Angriff mit Panzern habe die ganze Nacht gedauert, hiess es.

Mörsergranaten auf Zivilisten
Vor allem im Stadtteil al-Chalidija seien zahlreiche Menschen durch Mörserfeuer getötet worden, teilte auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Den Angaben zufolge waren auch Frauen und Kinder unter den Opfern.

Der oppositionelle Nationalrat meldete gemäss Berichten im französischsprachigen AFP-Dienst, dass über 260 Menschen getötet worden seien. Der arabische Fernsehsender al-Arabia berichtete zuvor von 337 Toten und 1300 Verletzten. Die syrische Muslimbrüderschaft meldete, es seien auch 57 Kinder unter den Toten.

Oppositionelle sprechen von einem Massaker

Der Leiter der Beobachtungsstelle in London, Rami Abdel Rahman, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es habe ein «regelrechtes Massaker» stattgefunden. Er forderte eine «sofortige Intervention» der Arabischen Liga.

Die arabischen Nachrichtensender Al-Arabia und al-Jazira zeigten Bilder von dutzenden Leichen am Boden. Nach Angaben des Nationalrats und der Beobachtungsstelle ging die syrische Armee auch in anderen Landesteilen gewaltsam gegen Zivilisten vor.

Staatsfernsehen dementiert Oppositionsberichte
Im syrischen Fernsehen hiess es, diese Berichte seien unwahr und teil einer «hysterischen Kampagne». Sie stünden im Zusammenhang mit einer «Aufwiegelung von bewaffneten Gruppen» gegen Syrien, die im Uno-Sicherheitsrat ausgenutzt werden solle. In Amateurvideos gezeigte Leichen - von Aktivisten als Opfer des Angriffs bezeichnet - seien Menschen, die von «terroristischen bewaffneten Gruppen» entführt worden seien.

Unklar ist, was den Angriff auslöste. Es gibt aber Berichte, dass Deserteure Kontrollposten in dem Gebiet errichtet haben und versuchen, ihre Macht dort zu konsolidieren. Die Berichte können nicht überprüft werden, ausländischen Journalisten ist die Arbeit in Syrien nicht erlaubt.

Gendenken an das Massaker von Hama 1982
Landesweit hatte es am Freitag Demonstrationen in Erinnerung an das Massaker von Hama im Jahr 1982 gegeben, als Hafis al-Assad, der Vater des jetzigen Staatschefs, einen Aufstand der islamistischen Muslimbrüder brutal niederschlagen liess. Dabei sollen 20'000 Menschen umgekommen sein.

Präsident Assad versucht seit Monaten, die Protestbewegung niederzuschlagen. Mehrere Tausend Menschen sollen bei den Zusammenstössen bisher getötet worden sein. Am Samstag wurden bei einem Angriff von Sicherheitskräften auf einen Trauerzug in einemVorort von Damaskus nach Angaben von Aktivisten sieben Menschen erschossen. (pet, sda/afp/dpa)

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