Kälte und Schnee fordern ihren Tribut
In Kiew (Ukraine) sank das Thermometer auf minus 32 Grad. (Keystone)
Die Kälte hat die Schweiz voll im Griff: In der Nacht sanken die Temperaturen verbreitet auf minus 20 Grad. Das führte bei den Bahnen zu Problemen und auch der TCS verzeichnete so viele Pannenanrufe von Automobilisten wie noch nie. Mehr
Die Kältewelle, die Italien seit Tagen im Griff hält, hat bislang fünf Todesopfer gefordert. Auch Züge blieben im Schnee stecken, so etwa ein Regionalzug unweit von Tivoli in der Region Rom. Dort mussten 100 Passagiere 17 Stunden lang ausharren, bis es weiter ging.
In Rom führte starker Schneefall zu einem Kollaps des Verkehrs und sogar in Neapel sanken die Temperaturen unter Null Grad. Aus Brindisi wurde heftiger Hagel gemeldet. Auch der Vulkan Ätna auf Sizilien war verschneit.
Grosse Schneemassen im Balkan
In Serbien wurde wegen der Schneemassen bereits in 27 Gemeinden der Ausnahmezustand ausgerufen. Alle Grund- und Mittelschulen sowie Kindergärten sollen in der nächsten Woche geschlossen bleiben. Weil auch die Hauptstadt Belgrad im Verkehrschaos versinkt, rief die Regierung alle Bürger zur Hilfe auf.
In Montenegro steckten 90 Menschen nach Lawinenabgängen einen Tag und eine Nacht lang in einem Tunnel fest. Erst am Samstag konnten Helfer die Eingeschlossenen in dem Tunnel in der Nähe der Stadt Pluzine befreien.
122 Tote in der Ukraine
In mehreren osteuropäischen Ländern sind wieder Dutzende Menschen erfroren. Allein in der Ukraine starben mindestens 21 Menschen in der frostigen Kälte. Damit stieg die Zahl der Kältetoten in dem Land auf 122 in diesem Winter.
Im ganzen Land würden inzwischen mehr als 1500 Menschen wegen Unterkühlung und Erfrierungen in Spitälern behandelt, so die Behörden. Die Zahl der Wärmestuben in der Ukraine stieg weiter auf mehr als 3000. Beobachter vermuten, dass die inoffizielle Zahl der Kältetoten deutlich höher ist. Im flächenmässig zweitgrössten Land Europas leben viele Menschen unter ärmlichsten Bedingungen.
Nach offiziellen Angaben hat die Ukraine 100'000 Obdachlose, inoffiziell ist von mehr als 300'000 Menschen ohne ständige Bleibe die Rede. Die Zahl der Opfer steigt bereits seit Tagen.
Kältetote auch in Polen und Rumänien
Auch in Polen und Rumänien stieg die Zahl der erfrorenen Menschen an. Trotz verstärkter Polizeipatrouillen zur Suche nach Kälteopfern erfroren in Polen sieben Menschen, wie das Innenministerium mitteilte. Seit Beginn der Kältewelle erfroren in Polen insgesamt 45 Menschen. Hinzu kommen sechs Opfer, die an Kohlenmonoxidvergiftungen starben.
In Rumänien erfroren innerhalb von 24 Stunden vier Menschen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Gesamtzahl der Kältetoten seit Beginn des extremen Frosts vor einer Woche stieg damit auf 28.
Der Frost liess inzwischen leicht nach. Die Temperaturen stiegen mancherorts über Null Grad. Zugleich setzten aber heftige Schneestürme ein. (pet, dpa/sda)
Mehr zum Stichwort:
